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NATO beschließt Start ihres Raketenschirms über Europa
05/21 | 11:29 GMT

©AFP/US-Marine / M. Jeremie Yoder
Die NATO hat ihren Raketenabwehrschirm in Europa gestartet. Dabei werden Satelliten, Schiffe, Radaranlagen und Abfangraketen mehrerer NATO-Länder zusammengefügt, um Europa vor einer möglichen Bedrohung durch Mittelstreckenraketen zu schützen. (Archivfoto)

©AFP/US-Marine / M. Jeremie Yoder
US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln"
Chicago (AFP) - Die NATO hat einen Teil ihrer Raketenabwehr in Europa offiziell in Betrieb genommen. Die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten erklärten das System bei ihrem Gipfeltreffen in Chicago für teilweise einsatzbereit. Vor Beratungen über den Afghanistan-Einsatz bekräftigte das Militärbündnis zudem seine Pläne, angesichts leerer Staatskassen bei Rüstungsprojekten noch enger zusammenzuarbeiten.

©AFP / Saul Loeb
Teilnehmer des NATO-Gipfels in Chicago
Der Raketenschild sei "unverzichtbar" und werde es der NATO ermöglichen, sich "gegen Bedrohungen von außerhalb der europäisch-atlantischen Region zu verteidigen", sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. In dem Abwehrsystem werden Satelliten, Schiffe, Radaranlagen und Abfangraketen mehrerer NATO-Länder zusammengefügt, um Europa vor einer möglichen Bedrohung durch Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3000 Kilometern zu schützen.

©AFP / Tasos Katopodis
NATO-Gipfel-Gegner in Chicago
Die Militärallianz hatte den Aufbau im Herbst 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon vereinbart und beschloss nun die erste Betriebsphase. Dabei werden mit einem Raketenabwehrsystem ausgestattete US-Militärschiffe auf einer US-Marinebasis im spanischen Rota stationiert und eine Radarstation im Südosten der Türkei in Betrieb genommen. Zudem nimmt die Kommandozentrale auf dem NATO-Stützpunkt im deutschen Ramstein ihre Arbeit auf. Gegen Ende des Jahrzehnts soll das Abwehrsystem vollständig einsatzfähig sein.

©AFP/Getty Images / Kevork Djansezian
Merkel (M.) mit Kollegen in Chicago
Der Raketenschirm ist jedoch Auslöser eines seit Jahren schwelenden Konflikts mit Russland, da Russland sich durch das System bedroht fühlt. In Lissabon hatten die NATO und Moskau eine Zusammenarbeit bei dem Projekt vereinbart. Diese ist jedoch ins Stocken geraten, weil Moskau von der NATO eine weitgehendere Einbindung sowie Sicherheitgarantien verlangt, als die Militärallianz Moskau zugestehen will.

©AFP
Die NATO
"Die NATO-Raketenabwehr richtet sich nicht gegen Russland", stellten die Gipfelteilnehmer in einer gemeinsamen Erklärung noch einmal klar. Das Militärbündnis will sich demnach weiterhin "aktiv" um eine Zusammenarbeit bemühen. Rasmussen hob jedoch auch hervor, dass die NATO sich von den Bedenken Russlands nicht von dem Projekt abbringen lasse.
Die gemeinsame Raketenabwehr ist Teil der NATO-Strategie zur "Intelligenten Verteidigung": In Zeiten leerer Staatskassen sucht die NATO damit nach Möglichkeiten, etwa teure Waffensysteme gemeinsam zu kaufen oder Aufgaben wie die Luftraumüberwachung im Baltikum den Ländern zu übertragen, die wie Deutschland die benötigten Flugzeuge besitzen. Diese Mission wurde in Chicago für unbestimmte Zeit verlängert.
©AFP
VIDEO: Hinter den Kulissen der NATO
Die am NATO-geführten ISAF-Einsatz beteiligten Länder wollen heute, am zweiten Tag des von Protesten begleiteten Gipfels, den schrittweisen Abzug ihrer Kampftruppen bis Ende des Jahres 2014 festklopfen und über die Grundzüge eines Nachfolgeeinsatzes der NATO zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte beraten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die beteiligten Länder auf, an der vereinbarten Abzugsstrategie festzuhalten: "Wir sind gemeinsam nach Afghanistan gegangen und wir wollen gemeinsam auch aus Afghanistan wieder abziehen." Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte vor einem "Abzugswettlauf" aus innenpolitischen Motiven. Während die offizielle NATO-Strategie einen Abzug der Kampftruppen bis zum Ende 2014 vorsieht, will die neue Regierung in Frankreich ihre Truppen bereits Ende des laufenden Jahres heimholen.
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Kinder der "Babyboomer" sehen Zukunft optimistisch
05/21 | 11:16 GMT

©AFP / Arno Burgi
Obwohl sie höhere Beitragslasten in den Sozialsystemen tragen müssen, blicken die Kinder der sogenannten Babyboomer optimistisch in die Zukunft. Die "knappe Generation" der um 1990 Geborenen wird von der demografischen Entwicklung profitieren. (Archivfoto)

©AFP / Arno Burgi
Kinder der "Babyboomer" sehen Zukunft optimistisch
Berlin (AFP) - Obwohl sie höhere Beitragslasten in den Sozialsystemen tragen müssen, blicken die Kinder der sogenannten Babyboomer laut einer Studie optimistisch in die Zukunft. Die Generation der um 1990 Geborenen habe langfristig durchweg bessere Jobchancen als ihre Eltern und könne schneller und länger gutes Geld verdienen, heißt es in der in Berlin veröffentlichten Untersuchung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Krise und Arbeitslosigkeit seien dieser Generation eher fremd.
Die Generation der um 1990 in Deutschland Geborenen ist nur halb so stark wie die Elterngeneration der geburtenstarken Jahrgänge von Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre. Die sogenannte "knappe Generation" wird laut Studie von der demografischen Entwicklung profitieren und zwar durch höhere Einkommen und mehr Sparpotenzial. "Es wird keine neue Generation Praktikum geben", erklärten die Autoren der Studie.
Vielmehr seien angesichts der immer knapper werdenden Fachkräfte die Arbeitsmarktaussichten gut. Ein früherer Berufsstart, bedingt durch verkürzte Schul- und Studienzeiten sowie den Wegfall der Wehrpflicht, und ein späterer Renteneintritt biete dieser Generation die Chance, schneller und länger gutes Geld zu verdienen und zu sparen. Zudem würden ihre Einkommen "höher ausfallen und steiler ansteigen". Die Lebensarbeitszeit werde zum Beispiel bei Akademikern voraussichtlich bei 43 Jahren liegen, bei der Babyboomer-Generation liegt sie bei durchschnittlich 37 Jahren.
Auch sei die Eigenvorsorge für das Alter für die "knappe Generation" selbstverständlicher als für ihre Babyboomer-Eltern, heißt es in der Studie. Eine Sparquote von vier Prozent werde für diese Generation aber nicht ausreichen, um das Leistungsniveau heutiger Rentner halten zu können. Dafür müsste eine durchschnittliche Familie sieben bis acht Prozent ihres Bruttoeinkommens sparen. Das DIA wird von Geldinstituten und Versicherungen getragen.

DEUTSCHLAND
Kinder der "Babyboomer" sehen Zukunft ...Musikwelt trauert um Bee-Gees-Sänger Robin Gibb
05/21 | 09:28 GMT

©AFP / Jacques Collet
Robin Gibb hat den Kampf gegen den Krebs verloren: Der Bee-Gees-Sänger starb im Alter von 62 Jahren. Gibb war gemeinsam mit seinen Brüdern Maurice und Barry mit Titeln wie "Stayin' Alive" oder "Night Fever" weltbekannt geworden.

©AFP / Jacques Collet
Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot
London (AFP) - Er wollte nicht aufgeben, kämpfte bis zum Schluss, doch am Ende siegte der Krebs: Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb der 62-Jährige am Sonntag nach langem Kampf gegen seine Krebserkrankung. Berühmt wurden Gibb und seine Brüder Maurice und Barry als Bee Gees mit Popsongs wie "Stayin' Alive", "Night Fever" und "Massachusetts". Gibbs Tod löste unter Kollegen tiefe Betroffenheit aus.
Mit "großer Trauer" gebe sie den Tod des Sängers bekannt, erklärte Gibbs Familie. Bei Gibb war während einer Darmoperation vor eineinhalb Jahren ein Tumor entdeckt worden. Später diagnostizierten die Ärzte eine Krebserkrankung.
Noch im Februar hatte der britische Sänger erklärt, er habe sich wieder erholt, und damit Hoffnungen auf eine Heilung geweckt. Zuletzt hatte sich sein Zustand jedoch deutlich verschlechtert. Im April fiel Gibb nach einer Lungenentzündung ins Koma. Wie durch ein Wunder erwachte er wieder und kämpfte weiter, doch hatte ihn die Lungenentzündung zusätzlich geschwächt.
Gibb wurde am 22. Dezember 1949 auf der britischen Isle of Man geboren, etwa eine halbe Stunde später kam sein Zwillingsbruder Maurice zur Welt. Kurz nach der Geburt der Zwillinge zog die Familie nach Manchester im Nordwesten Englands, 1958 ging es weiter ins australische Brisbane.
Gemeinsam mit Maurice und ihrem großen Bruder Barry bildete Robin Gibb die Popband Bee Gees. Als Kinderstars landeten sie 1963 ihren ersten Hit mit "The Battle of the Blue and Grey". "Wir sagten immer, dass wir eine Seele in drei Körpern waren, da war ein solches Gefühl zwischen uns, wir konnten unsere Gedanken lesen, wenn wir zusammen schrieben", erzählte Robin einst.
1967 kehrte das Trio zurück nach Großbritannien, wo es weitere Erfolge feierte, darunter den britischen Nummer-eins-Hit "Massachusetts". Ohrwürmer wie "How Can You Mend a Broken Heart" oder "Jive Talking" machten sie zu Weltstars - ihr größter Erfolg aber war der Disco-Hit "Saturday Night Fever" aus dem Jahr 1977. Er verkaufte sich 40 Millionen Mal.
Insgesamt verkauften die Bee Gees über 200 Millionen Platten. Zugleich schrieben sie Songs für andere Musikgrößen wie Diana Ross, Barbra Streisand, Kenny Rogers und Dolly Parton sowie Dionne Warwick und Frankie Valli. 2004 wurden sie zu Commanders in the Order of the British Empire ernannt - eine Stufe unter dem Ritterstand.
Der kanadische Rocker Brian Adams erklärte, er sei "sehr traurig, dass schon wieder ein großartiger Sänger so früh sterben musste". Simply Red-Frontmann Mick Hucknall nannte Gibb einen "musikalischen Riesen", die 80er-Jahre-Popband Duran Duran übermittelte seiner Familie ihr Beileid. Sony Music erklärte: "Ruhe in Frieden, Robin Gibb. Thanks for the music".
Robin Gibb war zwei Mal verheiratet und hinterlässt drei Kinder. Sein Zwillingsbruder Maurice starb 2003 nach einer Darmoperation. Ihr jüngerer Bruder Andy, der nicht Mitglied der Bee Gees war, erlag 1988 seiner Drogensucht.
"Manchmal frage ich mich, ob all die Tragödien, die meine Familie erleiden muss - dass Andy und Maurice so jung gestorben sind und all das, was mir in der letzten Zeit passierte - eine Art Preis dafür ist, den wir für den ganzen Ruhm und all das Glück, das wir hatten, bezahlen müssen", hatte Robin Gibb der Zeitung "Sun" im März gesagt.




